
Wir kennen ja alle die Schlagzeilen aus der letzten Zeit über Herrn Seehofer oder auch Herrn Verheugen. Sie wurden an den Pranger gestellt und in aller Öffentlichkeit für ihre Affären abgestraft. Besonders hart hat es ja Herrn Seehofer erwischt, den es möglicherweise ein einflussreiches Parteiamt gekostet hat. Welche Kräfte hinter diesen öffentlichkeitswirksamen Aktionen standen, will ich mal offen lassen. Jedenfalls kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass das private Verhalten dieser Männer zu politischen Zwecken missbraucht wurde.
Es ist ein offenes Geheimnis, dass andere führende Politiker der Vergangenheit auch ihre Affären und Affärchen hatten, von denen nichts in der Öffentlichkeit bekannt wurde.
Aber warum ist das so? Ich glaube, es haben sich auch die Grundsätze der Presseberichterstattung wesentlich verändert. Das Geschäft der Presse ist rau geworden, der Konkurrenzdruck enorm. Schließlich will man ja sein Produkt verkaufen und was eignet sich da besser, als die Sünden der Prominenten. Da stürzen sich viele drauf, da kann man gut verkaufen!
Wie heißt es aber so schön schon im Neuen Testament als die Sünderin gesteinigt werden sollte? Jesus sagte, wer denn unter euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein. Ich bin ziemlich sicher, wenn sich die Schreiberlinge der Presse diesen Satz merken würden, würde eine solche Berichterstattung schnell zu Ende sein.
Betrachten wir doch einmal die heutige Gesellschaft und die Familie ganz nüchtern. Schauen wir uns die Scheidungszahlen an. Glauben Sie allen Ernstes, dass nur die, die vor dem Scheidungsrichter enden, ihre Affären haben oder hatten? Die Dunkelziffer dürfte wesentlich größer sein und das weiß ich auch aus eigener Beobachtung.
Wenn man sich in andern Ländern umschaut, zum Beispiel in Latainamerika einem stockkatholischen Land, würde es niemandem einfallen, über solche Vorkommnisse zu berichten, sie sind halt an der Tagesordnung und kommen in allen Kreisen vor. Ein Mann mit zwei Frauen ist dort ein "Kerl" und geniest die Achtung aller. Aber trotz allem ist ihnen allen die Familie heilig und eine außereheliche Beziehung hat damit nichts zu tun.
In Frankreich ist es wiederum so, dass die Presse derart mit der Regierung verknüpft ist, dass es niemand wagen würde, eine Affäre aus höchsten Kreisen an den Pranger zu stellen, der wäre schnell seine Stellung los.
Und im asiatischen Raum fällt auch keinem etwas darüber ein, wenn ein Prominenter neben seiner Angetrauten noch eine weitere Beziehung unterhält, es gehört fast schon zum guten Ton. Trotz allem ist ihnen, wie auch in Lateinamerika, die Familie heilig.
Den Gipfel der Scheinheiligkeit findet man allerdings in den USA und in Israel. Aber seien wir einmal ehrlich, wem hat z.B. die Lewinski-Affäre geschadet? Ich denke keinem. Im Gegenteil sie hat den Betroffenen eher genutzt.
Nun ich will solchen Verhaltensweisen vieler Männer nicht eben das Wort reden, aber ich will sie auch nicht verurteilen. Wer kann schon hinter die Kulissen schauen, wer weiß denn wirklich, was sich in den einzelnen Fällen in den Beziehungen abspielt, wer kennt denn die wirklichen Nöte und Probleme der Menschen? Auch daran sollte man einmal denken. Wo keine Tür offen ist, da kann auch niemand eintreten.
Besuchen Sie auch mal die Websites "Der Garten der Liebe bedarf der Pflege" und "Der Neue Mann"
In diesem Sinne